Childeren of Bodom – Relentless, reckless forever

Sonntag, 27. Februar 2011 | 12:42 | ghost

Yes, da sind sie wieder! Auf „Skelletons in the closet“ war der Gesang im Mittelpunkt bzw. gleichwertig mit den Gitarren und der Stil schwanke, je nach Coverversion, von Rock bis Thrash. Diese Unstimmigkeiten wurden erkannt und auf „Relentless, reckless forever“ abgestellt. Die Lieder reihen sich gut aneinander und der Gesang von Alexi schallt nur noch aus dem Hintergrund, was nicht verkehrt ist, weil so genial wie er an der Gitarre ist, so unterirdisch ist er am Mikro. Es ist zwar nicht immer störend, gerade bei ruhigeren Passagen passt das, aber wenn das auf dem ganzen Album so praktiziert wird, dann wirkt das unrund. Aber egal, das Album ist sonst super ausgewogen zwischen Melodie und Rhythmus. Bei den ersten Alben von den Finnen dachte man sich spätestens nach 10 Minuten, der Typ hat einen voll an der Waffel, was der da auf der Gitarre veranstaltet ist nicht normal, es war ein einziges Gitarrensolo. Vom Stil her bewegen sich Childern of Bodem heute zwischen Death und Thrash mit reichlich Melodie drin. Was die Jungs um Alexi abgeliefert haben ist wohl eine ihrer besten Scheiben, wenn nicht die Beste. Zwar könnte man sagen, dass der Gesang und Melodie Parts, die man schon von anderen Alben her kennt, die Freude über das neue Werk trüben, aber das ist nur ein kleiner Lackschaden, denn in Wirklichkeit haben Bodom Fans seit Jahren auf diese Scheibe gewartet, die nicht aus einer one-man show besteht, sondern ein Gesamtkunstwerk darstellt. Nice work!

Geist – Feuerengel

Samstag, 12. Februar 2011 | 12:38 | ghost

Erfreulicherweise bedienen sich die Geister nicht im Bereich der Neuen Deutschen Härte. Der Alternative Rock mit Hard Rock und Blues Einflüssen ist sehr einfühlsam um die wundersame Erzählstimme von Fares gewoben. Diese Art zu musizieren ist etwas ungewöhnlich für deutsche Verhältnisse. Die Tiefgründigkeit auf “Feuerengel” ist sehr heimelig und man hat vielerlei Möglichkeiten der Musik zu begegnen; von Nachdenken bis Tanzen ist alles drin. Das ist Kamelle vom Allerfeinsten! Kölle Alaaf!

Times Of Grace – The hymn of a broken man

Samstag, 15. Januar 2011 | 16:44 | ghost

Was ist das denn? Obwohl die US Boys relativ zügig das Album beginnen, ist man meistens versucht, mit dem rechten Fuß das Gaspedal durchzutreten. Irgendwie lullt das niedrige Grundtempo ein und wenn die Gitarren zu knattern beginnen und das Schlagzeug losdonnert, dann läuft das innere Metronom in dem schleppenden Tempo weiter. Was soll das sein? Doom Rock? Das Tempo wird viel zu oft verschleppt und man möchte am liebsten den Buben zurufen, jetzt haut endlich mal rein. “The hymn of a broken man” ist trotz der etwas seltsamen Mischung als Debüt mehr als gelungen und sehr abwechslungsreich und farbenfroh gestaltet; es sprüht geradezu vor Kreativität. Allerdings hätten Times Of Grace öfters den Starkstrom zuschalten können, auch auf die Gefahr, dass sie dadurch in der breiten Metalcore Masse verschwinden. Jungs, schnell das habt ihr auch super drauf!

Blind Horizon – The Parallax Theory

Montag, 27. Dezember 2010 | 15:42 | ghost

An dem Teil kann man sich die Zähne ausbeißen, wenn man den Stil beschreiben müsste. Bei den Italienern ist alles drin, was irgendwie mit Rock oder Metal zu tun hat: Prog, Death, Black, Alternative, Punk, Psychedelic etc. Es gibt Krach und ruhige Momente. Entweder man mag den abgefahrenen Stil oder man schmeißt den Kopfhörer ins nächste Eck. “The Parallax Theory” ist alles, nur nicht greifbar, weil stetig die Richtung gewechselt wird, wie ein Hase auf den man mit einer Schrotflinte ballert. Was die Südländer da produziert haben ist etwas grenzwertig und klingt nach Geschlossener, aber es ist auf jeden Fall eine interessante Rundreise, falls man bis zum Ende durchhält.

Bei dem Video gibt es leider nur Musik:

Mae’s Lost Empire – These words have undone the world

Sonntag, 12. Dezember 2010 | 17:56 | ghost

Man sagt den Leuten von der Insel einen knorrigen, verdreht aber netten Charme nach. Was hinter einer solchen Vielfalt steckt, beweisen uns die Knaben aus Sheffield. Da frisst man sich durch den musikalischen Gemüsegarten und hinterher weiß man nicht mehr ob man mehr Paprika oder Gurke hatte. Die Spannweiter geht von Prog, Metalcore bis Alternative, aber besser beschreibt es die Band selbst mit experimental. Das ist im wahrsten Sinne ein Experi Metal, weil es wirklich kreuz und quer geht. Für das reichhaltige Angebot von “These words have undone the world” sollte man sich viel Zeit nehmen. Die Engländer klingen frisch, kreativ, vielschichtig, reif und doch noch etwas underground. Wer nur mal nebenbei eine CD hören möchte, der sollte sich lieber einen Burger holen. Feinschmecker werden sich aber die etwas sperrige Kost mit jedem Bissen auf der Zunge zergehen lassen. Yum yum!

Hardcore Superstar – Split your lip

Freitag, 3. Dezember 2010 | 21:31 | ghost

Den Gammel Rock oder neudeutsch Sleazerock kann man förmlich aus den Boxen fließen sehen. Vor dem inneren Auge tanzt eine verrottete Horde fern der Sinnen zu den Klängen von “Split your lip“. Küss mir den Arsch, wäre auch ein passender Titel, weil das Album so derbe in die Kerbe haut, dass man die Balladen “Here comes the sick bitch” and “Run to your mama” zum Verschnaufen braucht. Es ist ein fieser Hard Rock der einem ins Gedärm steigt und einen bedingungslos wegspült. Besser man kauft sich die Scheibe nicht, sonst blättert der Putz von der Wand oder die Nachbarn kippen um; ein wirklich schöner, schmutziger Rock mit einem guten Schuss Roll, der förmlich nach Höchstnoten schreit. Sweden, we love you!

“Into debauchery” ist von “Beg for it

“Here comes the sick bitch” ist vom aktuellen Album

Heathen Foray – Armored Bards

Sonntag, 14. November 2010 | 21:32 | ghost

Unsere netten Nachbarn im Süden, sind im Metal Bereich nicht untätig, wenngleich die großen Acts noch auf sich warten lassen, gibt es einige interessante Ansätze. Der zelebrierte Pagan Metal von Heathen Foray ist spieltechnisch durchaus hörenswert und die Produktion ist bis auf den teilweise zu tief geratenen Gesang auch gut, jedoch plätschert “Amored Bards” eher dahin, als dass es zündet. Granaten wie “Messanger of God” werden zu selten abgefeuert. Trotzdem versprüht das Album einen gewissen Charme, was weniger an den undefinierbaren Vocals liegt, sondern an der üppigen Gitarrenarbeit.

Helloween – 7 Sinners

Sonntag, 7. November 2010 | 13:33 | ghost

Da sind sie endlich wieder, die alterwürdigen Kürbisköpfe! Helloween haben wieder ihre spezielle Mischung aus Härte und Partystimmung am Start, jedoch braucht “7 Sinners” eine Weile bis es richtig zündet. Hin und wieder hat man auch das Gefühl, Melodien schon wo anders gehört zu haben, z.B. bei “Who is Mr. Madman” klingen Teile nach Alexander Rybak. Aber mit jedem Durchlauf wird die Mischung homogener und schnurrt geradewegs ins Ohr. Bei den Liedern wird munter zwischen schnell und langsam gewechselt und man integriert sogar bei “Raise the noise” weniger typische Klänge; eine Querflöte.
Das Album verblüfft mit seiner bekömmlichen Reichhaltigkeit, weil keine Brüche oder überflüssige Passagen vorkommen. Nette Scheibe Jungs und alles Gute zum 25. Jährigen nachträglich.

anderes Video wurde leider entfernt:

Linkin Park – A Thousand Suns

Samstag, 30. Oktober 2010 | 16:40 | ghost

Die Schar der Hörer, die herumjammern, dass “A Thousand Suns” nichts mehr mit den Chart Stürmern aus LA gemein hat, haben ihren Musikgeschmack so kultiviert, wie ein täglicher Fastfoodjunkie. Bei Linkin Park waren schon immer Elektro- und Hip Hop Elemente vorhanden. Am Songwriting hat sich wenig geändert, nur die Interpretation wurde abgewandelt. Mark schreit jetzt weniger herum und die Gitarren sind jetzt meistens dezent im Hintergrund. Somit kann endlich mal die ganze Kreativität von Linkin Park erblühen. Bei dem Album zeigt sich wer ein wahrer Linkin Park Fan ist und wer zu den dummen Charthörern zählt, die ihren Geschmack an den Top 10 festmachen. Der Absturz aus den Album Charts passierte relativ schnell, nachdem Linkin Park in vielen Ländern auf Platz 1 eingestiegen war, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die breite Masse der Konsumenten nur noch in Schubladen denkt und auf Dosenfutter steht. Das ist eine der Scheiben, die einen auch ohne laute Gitarren mitreißt, weil das Genre bei dem genialen Songwriting völlig egal ist.

D’Stoinerne Männer – Ja, woisch

Samstag, 16. Oktober 2010 | 11:01 | ghost

In Bayern gibt es eine Stadt, Augsburg, in der ein komischer Dialekt gesprochen wird. Die Steinernen Männer, nehmen die Augsburger Mentalität, die als launisch und eigenbrötlerisch bezeichnet werden könnte, auf die Schippe. Musikalisch haben sie sich “Voyage Voyage” zur Brust genommen und singen über recht unbedeutende Dinge. Sie besingen das Biertrinken, Straßenbahn fahren, das Volksfest und andere sinnfreie Inhalte und stellen fest, dass man nach zehn Bier betrunken ist, und es ihnen egal ist, wenn andere kein Bier trinken. Wer schon immer mal wissen wollte wie die Augsburger sind, der würde hier einiges erfahren, wenn er nur die Sprache verstünde. Ein wirklicher Leckerbissen für jeden der sich in der Region etwas auskennt, der Titel bedeutet sinnigerweise: “ja, weißt du”.

Letzte Instanz – Heilig

Samstag, 2. Oktober 2010 | 14:23 | ghost

Auf dem neuen Werk “Heilig” der Dresdner ist noch immer eine Portion Subway to Sally drin, allerdings klingen die Songs nicht so düster wie bei der Konkurrenz aus Potsdam und besitzen eine angenehme Strahlkraft. Mit dem Cover haben sie sich aber keinen Gefallen getan, weil man damit eher billigen Ecstasy Krach assoziiert. Das hat mit dem Musikstil von Letzte Instanz nichts zu tun, denn der mittelalterliche Folk Rock kommt relativ sanft und feinsinnig daher. Bis auf das Artwork ist alles recht gut gelungen und alle Burnout gefährdeten sollten sich von “Unsichtbar” inspirieren lassen.

Stone Sour – Audio Secrecy

Samstag, 25. September 2010 | 11:44 | ghost

Die neue Scheibe “Audio Secrecy” der O-Saftboys aus den Staaten, ist fast ein Softdrink, weil auf jede schnellere Nummer gleich eine Vollbremsung folgt. Die ruhigeren Nummern klingen durchaus ansprechend, aber die ganze Mischung ist unausgereift. Wenn die Jungs mal härter knattern, dann treten sie im nächsten Moment gleich wieder auf die Bremse. Dadurch kommt kein Fluss auf und alles klingt irgendwie abgehackt und es entwickelt sich keine Dynamik, wie noch auf “Come What[ever]“. Die Scheibe ist wie ein bunt durcheinander gewirbelter Blätterhaufen, der mal ruhig in der Sonne liegt, um im nächsten Moment durch die Straßen zu fegen. Angenehm wird es erst, wenn man sich die Lieder in der passenden Reihenfolge anhört; denn bei dem zuckelnden Fahrstil bleibt der Spaß sonst auf der Strecke.