Deadlock – Bizzaro world

Auf der neuen Scheibe “Bizzaro world” präsentieren sich die Jungs und das Mädchen ziemlich lau. Der Trend geht Richtung Gothic/ Kuschelrock und mit der Inspiration steht es auch nicht zum Besten, denn die Gitarrenriffs und Gesangslinien sind oft direkt vom Vorgängeralbum abgekupfert. Das ganze Album wirkt stumpf und wenig durchdacht und die neuen Melodien aus Übergängen und Einleitungen reißen das Steuer auch nicht mehr herum. Das Schmerzlichste ist jedoch die gestörte Symbiose zwischen den Stimmen von Sabine und Johannes. Das Verhältnis auf dem Vorgänger war ausgewogen und funktionierte perfekt wie tiefe Dunkelheit und strahlender Sonnenschein, aber jetzt steht Sabine viel mehr im Mittelpunkt und der ganze Kontrast mit den vielen Fassetten geht verloren. Keine Frage, Sabine hat eine sehr gute Stimme, aber als Leadsängerin wirkt sie etwas blass und der Wechsel zwischen Clean und Growls aus dem Hintergrund ist eher zufällig. Im ersten Durchlauf prägt sich leider fast gar kein Lied ein und man hat nur das Gefühl, Teile davon schon einmal gehört zu haben, aber mehr auch nicht. Da gibt es keine wirklichen Ohrwürmer oder Gassenhauer die einen gleich mitreißen.
Gegen Ende wird es noch etwas elektronisch, wo Deadlock eigentlich seine Stärken hat, aber das geht dann mit dem Remix von “Virus Jones” völlig in die Hose. Eine Kaufempfehlung gibt es keine, es sei denn man besitzt das geniale Album “Manifesto” von Deadlock noch nicht, denn das geht noch immer runter wie Öl, trotz Dauerkonsum. Irgendwie hat man das Gefühl, dass Deadlock für “Bizzaro world” keine Zeit hatten und nur einfach schnell was hingerotzt wurde. Bitte nehmt euch das nächste Mal mehr Zeit, dann gibt es wieder Höchstnoten!

Virus Jones ist eines der besseren Lieder, weil es sich konzeptionell an “Manifesto” orientiert.

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