Die Apokalyptischen Reiter – Moral & Wahnsinn

Samstag, 26. März 2011 | 12:36 | ghost

Das “Licht” war ganz pasabel, obwohl sich der Gesang schon stellenweise an Till orientierte, die neue Scheibe ist leider diffuser. Mit Sicherheit hat Rammstein nicht das rollende R erfunden, aber gepaart mit düstern Texten ist das durchaus zum damaligen Zeitpunkt neu gewesen. Dass jetzt so viele durchschnittliche Bands das kopieren ist etwas dürftig. Der Daniel sollte sich lieber in seinen normalen Bereichen bewegen, weil er eine durchaus einprägsame und gute Stimme hat. Auf den Rammsteinmist kann er gerne verzichten.
Moral & Wahnsinn” schwankt von ruhigen Passagen bis hartem Geknatter. Das ist ein ziemlich wirres Unterfangen, wie ein Steak auf dem man herumkauten, das aber irgendwie nicht runter will. Das Problem sind nicht die Übergänge, weil das alles wunderbar vom Songwriting passt, jedoch ist das Spektrum dann doch etwas zu heftig. Entweder duftende Poesie oder Hackebeil, aber erst die Prinzessin aufpeppeln um ihr dann die Rübe abzuschlagen ist nicht jedermanns Sache. Der Rauswurf mit “Ein liebes Lied” stimmt dann wieder etwas versöhnlicher. Wer momentan eine Findungsphase hat, kann sich die Scheibe zur Entscheidungsfindung problemlos einverleiben, alle anderen sollten es wenigstens mal probehören, denn es ist Geschmacksache, aber handwerklich ganz okay.

Funeral For A Friend – Welcome home Armageddon

Sonntag, 20. März 2011 | 12:24 | ghost

Die walisischen Musiker sind schon eine Weile im Geschäft und haben nicht erst seit „Tales don’t tell themselves“ bewiesen, dass sie ein gutes Händchen für Melodien haben. Die Musik rutscht förmlich direkt in die Hörgänge um sich dann ins Hirn zu brennen. Nur auf die Dauer ist diese süßliche Melancholie etwas anstrengend. Da passt es doch vortrefflich, dass Matt auf „Welcome home Armageddon“ nicht nur lieblich Säuselt sondern auch mal seine Schwermütigkeit herausschreit.
Die Scheibe ist ein bunter Mix aus Alternative, Punk und Metalcore mit dem ganz speziellen Begräbnis Charme. Das Kunstwerk braucht jedoch mehrere Durchläufe, weil die Kontraste stellenweise groß sind und man sich erst an die Details gewöhnen muss. Mit der Scheibe wird so ziemlich jedes Körperteil angesprochen, von Arsch, Herz bis Kopf. A fucking ass kicking care bear!

Deadlock – Bizzaro world

Sonntag, 6. März 2011 | 10:58 | ghost

Auf der neuen Scheibe “Bizzaro world” präsentieren sich die Jungs und das Mädchen ziemlich lau. Der Trend geht Richtung Gothic/ Kuschelrock und mit der Inspiration steht es auch nicht zum Besten, denn die Gitarrenriffs und Gesangslinien sind oft direkt vom Vorgängeralbum abgekupfert. Das ganze Album wirkt stumpf und wenig durchdacht und die neuen Melodien aus Übergängen und Einleitungen reißen das Steuer auch nicht mehr herum. Das Schmerzlichste ist jedoch die gestörte Symbiose zwischen den Stimmen von Sabine und Johannes. Das Verhältnis auf dem Vorgänger war ausgewogen und funktionierte perfekt wie tiefe Dunkelheit und strahlender Sonnenschein, aber jetzt steht Sabine viel mehr im Mittelpunkt und der ganze Kontrast mit den vielen Fassetten geht verloren. Keine Frage, Sabine hat eine sehr gute Stimme, aber als Leadsängerin wirkt sie etwas blass und der Wechsel zwischen Clean und Growls aus dem Hintergrund ist eher zufällig. Im ersten Durchlauf prägt sich leider fast gar kein Lied ein und man hat nur das Gefühl, Teile davon schon einmal gehört zu haben, aber mehr auch nicht. Da gibt es keine wirklichen Ohrwürmer oder Gassenhauer die einen gleich mitreißen.
Gegen Ende wird es noch etwas elektronisch, wo Deadlock eigentlich seine Stärken hat, aber das geht dann mit dem Remix von “Virus Jones” völlig in die Hose. Eine Kaufempfehlung gibt es keine, es sei denn man besitzt das geniale Album “Manifesto” von Deadlock noch nicht, denn das geht noch immer runter wie Öl, trotz Dauerkonsum. Irgendwie hat man das Gefühl, dass Deadlock für “Bizzaro world” keine Zeit hatten und nur einfach schnell was hingerotzt wurde. Bitte nehmt euch das nächste Mal mehr Zeit, dann gibt es wieder Höchstnoten!

Virus Jones ist eines der besseren Lieder, weil es sich konzeptionell an “Manifesto” orientiert.