Power Quest – Blood Alliance

Sonntag, 24. April 2011 | 18:17 | ghost

Man könnte fast meinen, dass Steve den einen oder anderen Zug bekommt, bei der Fluktuation, die in seiner Band herrscht. Er hat wieder eine Top Mannschaft am Start, die nicht wie ein laues Lüftchen bläst sondern ordentlich mit ihre Musikalität nach vorne stürmt. Auf „Blood Alliance“ hüpfen die Musiker fröhlich und zielsicher zwischen 80er Hardrock und 2000er Power Metal hin und her. Dabei nehmen sich die Musiker jegliche Freiheit und jedes Lied klingt anders, aber es ist trotzdem sofort präsent. Vom Stil sind dadurch natürlich Brüche vorhanden und das fällt besonders beim Chity auf, der mit den Hardrock Nummern super zurecht kommt und das Lied prägt. Bei den Power/ Speed Metal Songs verliert er jedoch öfters den Kampf, weil die Gitarren und das Keyboard ordentlich Gas geben. Eine wirklich überragende Scheibe, so wie es aussieht ist der Wahnsinn auf der Insel wieder los… bloß schnell einkaufen!

Leider kein aktuelles Material, aber dieser Power Metal ist auf der neuen Scheibe auch am Start:

Winds of Plague – Against the world

Sonntag, 17. April 2011 | 18:13 | ghost

Man nehme eine Tonne voll mit Metal und allen Subgenres, macht diese richtig heiß, rührt ein paarmal gut um und zieht dann zufällig Zeug raus. Das hat bei den Kaliforniern bisher gut funktioniert und um es vorweg zu nehmen es klappt noch immer. Es groovt an allen Ecken und Enden obwohl die Mischung schon ziemlich abgedreht ist. Black, Death, Hardcore und mit etlichen Synths drin. Auf „Against the world“ wird zwar nichts Neues zelebriert, aber man kann es schon als talentiert bezeichnen aus dieser wirren Mischen eine dermaßen mitreisende Platte zu zimmern. Es kann durchaus sein, dass der Freudenzauber bei Dauerkonsum schnell verblasst, da zu wenig Eigenständigkeit vorhanden ist, aber das ist völlig egal, weil das Zeug so reinballert; wen interessiert da was morgen ist…

Der Song ist zwar von „Decimate the weak“ aber Winds of Plague praktizieren es auf ihrer neuen Scheibe ähnlich.

Drop the match live:

Die Apokalyptischen Reiter – Moral & Wahnsinn

Samstag, 26. März 2011 | 12:36 | ghost

Das “Licht” war ganz pasabel, obwohl sich der Gesang schon stellenweise an Till orientierte, die neue Scheibe ist leider diffuser. Mit Sicherheit hat Rammstein nicht das rollende R erfunden, aber gepaart mit düstern Texten ist das durchaus zum damaligen Zeitpunkt neu gewesen. Dass jetzt so viele durchschnittliche Bands das kopieren ist etwas dürftig. Der Daniel sollte sich lieber in seinen normalen Bereichen bewegen, weil er eine durchaus einprägsame und gute Stimme hat. Auf den Rammsteinmist kann er gerne verzichten.
Moral & Wahnsinn” schwankt von ruhigen Passagen bis hartem Geknatter. Das ist ein ziemlich wirres Unterfangen, wie ein Steak auf dem man herumkauten, das aber irgendwie nicht runter will. Das Problem sind nicht die Übergänge, weil das alles wunderbar vom Songwriting passt, jedoch ist das Spektrum dann doch etwas zu heftig. Entweder duftende Poesie oder Hackebeil, aber erst die Prinzessin aufpeppeln um ihr dann die Rübe abzuschlagen ist nicht jedermanns Sache. Der Rauswurf mit “Ein liebes Lied” stimmt dann wieder etwas versöhnlicher. Wer momentan eine Findungsphase hat, kann sich die Scheibe zur Entscheidungsfindung problemlos einverleiben, alle anderen sollten es wenigstens mal probehören, denn es ist Geschmacksache, aber handwerklich ganz okay.

Funeral For A Friend – Welcome home Armageddon

Sonntag, 20. März 2011 | 12:24 | ghost

Die walisischen Musiker sind schon eine Weile im Geschäft und haben nicht erst seit „Tales don’t tell themselves“ bewiesen, dass sie ein gutes Händchen für Melodien haben. Die Musik rutscht förmlich direkt in die Hörgänge um sich dann ins Hirn zu brennen. Nur auf die Dauer ist diese süßliche Melancholie etwas anstrengend. Da passt es doch vortrefflich, dass Matt auf „Welcome home Armageddon“ nicht nur lieblich Säuselt sondern auch mal seine Schwermütigkeit herausschreit.
Die Scheibe ist ein bunter Mix aus Alternative, Punk und Metalcore mit dem ganz speziellen Begräbnis Charme. Das Kunstwerk braucht jedoch mehrere Durchläufe, weil die Kontraste stellenweise groß sind und man sich erst an die Details gewöhnen muss. Mit der Scheibe wird so ziemlich jedes Körperteil angesprochen, von Arsch, Herz bis Kopf. A fucking ass kicking care bear!

Deadlock – Bizzaro world

Sonntag, 6. März 2011 | 10:58 | ghost

Auf der neuen Scheibe “Bizzaro world” präsentieren sich die Jungs und das Mädchen ziemlich lau. Der Trend geht Richtung Gothic/ Kuschelrock und mit der Inspiration steht es auch nicht zum Besten, denn die Gitarrenriffs und Gesangslinien sind oft direkt vom Vorgängeralbum abgekupfert. Das ganze Album wirkt stumpf und wenig durchdacht und die neuen Melodien aus Übergängen und Einleitungen reißen das Steuer auch nicht mehr herum. Das Schmerzlichste ist jedoch die gestörte Symbiose zwischen den Stimmen von Sabine und Johannes. Das Verhältnis auf dem Vorgänger war ausgewogen und funktionierte perfekt wie tiefe Dunkelheit und strahlender Sonnenschein, aber jetzt steht Sabine viel mehr im Mittelpunkt und der ganze Kontrast mit den vielen Fassetten geht verloren. Keine Frage, Sabine hat eine sehr gute Stimme, aber als Leadsängerin wirkt sie etwas blass und der Wechsel zwischen Clean und Growls aus dem Hintergrund ist eher zufällig. Im ersten Durchlauf prägt sich leider fast gar kein Lied ein und man hat nur das Gefühl, Teile davon schon einmal gehört zu haben, aber mehr auch nicht. Da gibt es keine wirklichen Ohrwürmer oder Gassenhauer die einen gleich mitreißen.
Gegen Ende wird es noch etwas elektronisch, wo Deadlock eigentlich seine Stärken hat, aber das geht dann mit dem Remix von “Virus Jones” völlig in die Hose. Eine Kaufempfehlung gibt es keine, es sei denn man besitzt das geniale Album “Manifesto” von Deadlock noch nicht, denn das geht noch immer runter wie Öl, trotz Dauerkonsum. Irgendwie hat man das Gefühl, dass Deadlock für “Bizzaro world” keine Zeit hatten und nur einfach schnell was hingerotzt wurde. Bitte nehmt euch das nächste Mal mehr Zeit, dann gibt es wieder Höchstnoten!

Virus Jones ist eines der besseren Lieder, weil es sich konzeptionell an “Manifesto” orientiert.

Childeren of Bodom – Relentless, reckless forever

Sonntag, 27. Februar 2011 | 12:42 | ghost

Yes, da sind sie wieder! Auf „Skelletons in the closet“ war der Gesang im Mittelpunkt bzw. gleichwertig mit den Gitarren und der Stil schwanke, je nach Coverversion, von Rock bis Thrash. Diese Unstimmigkeiten wurden erkannt und auf „Relentless, reckless forever“ abgestellt. Die Lieder reihen sich gut aneinander und der Gesang von Alexi schallt nur noch aus dem Hintergrund, was nicht verkehrt ist, weil so genial wie er an der Gitarre ist, so unterirdisch ist er am Mikro. Es ist zwar nicht immer störend, gerade bei ruhigeren Passagen passt das, aber wenn das auf dem ganzen Album so praktiziert wird, dann wirkt das unrund. Aber egal, das Album ist sonst super ausgewogen zwischen Melodie und Rhythmus. Bei den ersten Alben von den Finnen dachte man sich spätestens nach 10 Minuten, der Typ hat einen voll an der Waffel, was der da auf der Gitarre veranstaltet ist nicht normal, es war ein einziges Gitarrensolo. Vom Stil her bewegen sich Childern of Bodem heute zwischen Death und Thrash mit reichlich Melodie drin. Was die Jungs um Alexi abgeliefert haben ist wohl eine ihrer besten Scheiben, wenn nicht die Beste. Zwar könnte man sagen, dass der Gesang und Melodie Parts, die man schon von anderen Alben her kennt, die Freude über das neue Werk trüben, aber das ist nur ein kleiner Lackschaden, denn in Wirklichkeit haben Bodom Fans seit Jahren auf diese Scheibe gewartet, die nicht aus einer one-man show besteht, sondern ein Gesamtkunstwerk darstellt. Nice work!

Geist – Feuerengel

Samstag, 12. Februar 2011 | 12:38 | ghost

Erfreulicherweise bedienen sich die Geister nicht im Bereich der Neuen Deutschen Härte. Der Alternative Rock mit Hard Rock und Blues Einflüssen ist sehr einfühlsam um die wundersame Erzählstimme von Fares gewoben. Diese Art zu musizieren ist etwas ungewöhnlich für deutsche Verhältnisse. Die Tiefgründigkeit auf “Feuerengel” ist sehr heimelig und man hat vielerlei Möglichkeiten der Musik zu begegnen; von Nachdenken bis Tanzen ist alles drin. Das ist Kamelle vom Allerfeinsten! Kölle Alaaf!

Times Of Grace – The hymn of a broken man

Samstag, 15. Januar 2011 | 16:44 | ghost

Was ist das denn? Obwohl die US Boys relativ zügig das Album beginnen, ist man meistens versucht, mit dem rechten Fuß das Gaspedal durchzutreten. Irgendwie lullt das niedrige Grundtempo ein und wenn die Gitarren zu knattern beginnen und das Schlagzeug losdonnert, dann läuft das innere Metronom in dem schleppenden Tempo weiter. Was soll das sein? Doom Rock? Das Tempo wird viel zu oft verschleppt und man möchte am liebsten den Buben zurufen, jetzt haut endlich mal rein. “The hymn of a broken man” ist trotz der etwas seltsamen Mischung als Debüt mehr als gelungen und sehr abwechslungsreich und farbenfroh gestaltet; es sprüht geradezu vor Kreativität. Allerdings hätten Times Of Grace öfters den Starkstrom zuschalten können, auch auf die Gefahr, dass sie dadurch in der breiten Metalcore Masse verschwinden. Jungs, schnell das habt ihr auch super drauf!