soziale Bauchlandung

Montag, 14. September 2009 | 15:18 | ghost

Willys Buben proben den Ernstfall; es glückte mit Schaum und ohne Stützräder. Angebracht war die Übung aufgrund neuer Erkenntnisse. Falls es beim überregionalen Voting zum Negativrekord der 50er Jahre reicht und die Genossen bäuchlings nach Gründen schnappen, kann sich Herr M. auf dem Rücken liegend von Frau S. trösten lassen, denn der parteiliche Verjüngungsprozess hat durchaus Tradition.

remissierte Rekonvaleszenz (3. Nacht …)

Montag, 14. September 2009 | 00:46 | ghost

… aus dem Leben eines verkorksten Hosentaschenphilosophen.

“Na, gefällt es dir?”
“Keine Ahnung?”
“Was gibt es zum Aussetzen?”
“Hm, das Bier is okay.”
“Ich bin eigentlich nicht zum Biertrinken hergekommen. Hast noch’ nen Schein?”
“Steck’s weg bevor ich mir damit was anzünde…”
Haffer stand auf winkte unscheinbar mit der rechten Hand, genug um eine Dame herbeitänzeln zu lassen, grinste sie und ihre Oberweiter an und klemmte ihr dann ein paar Kunstdollar ans Strumpfband. Die Lokalität war nicht gut besucht, obwohl das Personal recht ansprechend aussah. Aus meiner sicheren Entfernung zumindest, weil ich keine Lust hatte, den Mädchen Geld zuzustecken. Im Moment war mir auch nicht klar, wieso ich überhaupt mitgegangen war. Vielleicht der alten Zeiten wegen. Haffer drehte sich in meine Richtung und streckte beide Daumen nach oben.
“So wird das gemacht mein Freund!” er klopfte mir auf die Schulter
Das blonde Mädchen sprang an die Stange, die sie mit den Schenkeln umwickelte. Sie legte ihren Kopf in den Nacken, glitt langsam nach unten und lächelte uns zu.
“Siehst du, sie ist mir schon ganz hörig!” Hoffer, knallte seine Bierflasche an meine.
“Klar für 500 übernachtet die heute bei dir.” ich trank das Bier und kramte nach meinen Zigaretten.
“Willst auch eine?”
“Kann man hier rauchen?”
“Ob du das kannst weiß ich nicht, aber ich find meine Zigaretten sexier als das Rumgespringe hier.” Ich zündete mir eine Zigarette an, doch mein Kumpel winkte ab.
Tief sog ich den Rauch ein und versuchte Ringe zu pusten. In einem Bruchteil von einer Sekunde streifte mich der Gedanke, der Tänzerin, die breitbeinig vor mir auf der Bühne saß und sich ihrer Wäsche entledigte, ein Herzchen entgegen zu hauchen. Vielleicht kam aus Mangel an Zuneigung dann bloß eine ungeformte Rauchwolke heraus. Sie fixierte mich mit ihren Augen und man konnte die Zeit ticken hören. Die nackte Person spreizte noch weiter die Beine und warf mir ein Lächeln zu.
“Geiles Miststück!” Hoffer griff nach den Scheinen auf dem Tisch, machte zwei Schritte zur Bühne, beugte sich über, leckte mit seiner Zunge in der Luft und versuchte ihr mit langgestrecktem Arm die Scheine in ihr letztes verbliebenes Stück Stoff zu stecken. Erfreut kroch sie langsam näher dehnte leicht das Strumpfband und Hoffer steckte genüsslich die zwei Scheinchen rein.
Sie war keine drei Meter von mir entfernt und ich konnte ihre Schweißperlen deutlich auf ihrer Stirne erkennen. Wieder lächelte sie mich an.
“Was gibt es da zu lachen, von mir kriegst du keinen müden Cent!” dachte ich mir.
Hoffer johlte und klatschte sich in die Hände. Es sah fast so aus als wolle er weitertanzen. Die Nackte entfernte sich in rhythmischen Bewegungen.
“Die Mieze mach ich heute klar!” er hatte ein überhebliches Grinsen auf den Lippen
“Wie sieht es mit nem kleinen Tanz hinter der Bühne aus?” fügte er hinzu
“Ne, lass mal, keinen Bock. Viel privater geht es kaum!” antwortete ich recht emotionslos. In dem Lokal waren vielleicht zehn Gäste wobei der Großteil von ihnen an der Bar turtelte. Es verging eine Weile und Hoffer bearbeitet mich mit Bier und Sprüchen, bis ich breit im Ohr und Kopf war und eine private Vorführung bekam.
Ich war in einem anderen Raum wie Hoffer. Alles war recht spartanisch in dunklen Tönen gehalten und wirkte wie in einem Nebenzimmer von einem alten Theater mit den schweren Vorhängen. Ich wartete keine fünf Minuten als sich der dicke Stoff am Eingangsbereich zur Seite schob und überraschenderweise die Blonde von der Bühne hereinkam, die sich eigentlich Hoffer bestellt hatte. Sie kam näher in tanzenden Bewegungen. Die ganze Zeit starrten wir uns in die Augen. Im gedimmten Licht schwankte ihre Silhouette vor mir. Ich saß auf einem Stuhl und sie schwirrte um mich herum. Ihr süßer und lockender Duft kroch mir zähflüssig in die Nase. Vor mir stehend stoppte sie kurz und setzte sich dann auf mich. Jetzt erst bemerkte ich, dass die Tänzerin schon wieder nichts an hatte. Ihre Hände griffen fest in meine Haare und drückten meinen Kopf nach hinten und ihre Lippen kamen näher. Ich fand es etwas ungemütlich und insgeheim verfluchte ich Hoffer, nur die Schadenfreude, dass seine Mieze bei mir war machte die Situation etwas bekömmlicher. Mit ihrem Gesicht kam sie näher und flüsterte mir ins Ohr: “Na, was hättest du denn gerne?” dabei streifte ihre Nase über meine Wange.
“Nen Burger und ein Bier fänd ich gut!” erwiderte ich etwas distanziert.
Sie kicherte und begann mich zu küssen.