Werte im freien Fall?

Sonntag, 15. Januar 2012 | 15:56 | ghost

Souffleusen sind im Prinzip eine praktische Sache. Immer wenn man nicht mehr weiter weiß, kommt die unscheinbare Eingebung und man steht nicht da wie der Depp vom Dienst, weil einem der Handlungsfluss entfallen ist. Fatal wird es nur, wenn die First Flüsterfrau selbst jenseits des Handlungsstrangs flötet und der Akteur es munter nachplappert. Es ist dann auch nicht nachvollziehbar von wem der ganze Unsinn kam, vielleicht waren es nur Halluzinationen:
Das bisschen Fliegen, Reisen und Feiern, das hat er sich redlich verdient, schließlich musste er hart dafür kämpfen! Anderswo vertieft man sich nicht in derlei kleinkarierten Gedankenspielen, da gibt die oberste Kaste Gas.
Wer jetzt auf die Idee kommt es fände ein umfassender Werteverfall statt, kann beruhigt werden, denn die Preisentwicklung bei TV Geräten ist mehr als stabil. Als Beispiel sei das Gerät von Samsung LE32C530 anzuführen, das im Dez 2010 für 350.- € zu erwerben war. Der kecke Onlinehändler zeichnet das Gerät im Jan 2012 mit 479.- € aus und offeriert eine ganz kesse Ersparnis, weil das Gerät angeblich mal 579.- € gekostet habe. Wer in der aktuellen Währungskrise und Endzeitstimmung eine stabile Anlage sucht, sollte sich den Keller und Dachboden mit TV Geräten vollstellen, die GEZ hat da bestimmt Verständnis für. Allen regelmäßigen Pfandleihhaus Kunden sei zu raten für mehr Tsunamis und Überschwemmungen in Fernost zu beten, auch wenn Samsung aus dem schönen Korea kommt…

Edguy – Age of the joker

Montag, 5. September 2011 | 14:08 | ghost

Bis zu dem Album „Rocket ride“ konnte man ohne Zweifel sofort die Handschrift von Edguy erkennen. Schon nach ein paar Akkorden hatte sich der teutonische Power Metal in die Gehörgänge gefressen. Manche mögen den Stil als etwas platt und naiv empfinden, aber er verbreitet alles andere als schlechte Laune. Auf ihrem neuen Werk „Age of the joker“ ist ein gewisser Bruch zu ihrer alten Tradition erkennbar, der sich auf dem Album „Tinitus sanctus“ andeutete. Wäre nicht der Tobi am Mikro oder würden nicht bestimmte Chorusteile gespielt, wüsste man bei einigen Liedern nicht auf Anhieb, dass es sich dabei um Edguy handelt. Ein paar Songs klingen etwas distanziert und einen Tick nach 70er Fusion, aber auf der anderen Seite gibt es Stücke die einen regelrecht anspringen; allen voran die Ballade „Every night without you“. Die Mischung aus alt und neu wird gut dargeboten was als erfolgreiches Multikulti gewertet werden kann…

Roxxcalibur – Lords of the NWoBHM

Sonntag, 24. Juli 2011 | 21:25 | ghost

Bei dieser Komposition handelt es sich um eine Projekt Band, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, den „New Wave of British Heavy Metal“ wiederzubeleben und dabei in den 80ern herumstöbert. Mit Coverbands kann man schon mal Probleme bekommen, weil das Dargebotene nur ein lauwarmes Süppchen des original Suds darstellt. Roxxcalibur gehen jedoch an die Thematik mit der nötigen Ernsthaftigkeit heran, um nicht als Lachnummer zu verkommen. Wem die Haare langsam grau werden oder gar ausfallen, sollte sich „Lords of the NWoBHM“ holen, wirkt revitalisierend.

Symphony X – Iconoclast

Sonntag, 17. Juli 2011 | 11:42 | ghost

Die Amerikaner aus New Jersey gibt es bald zwei Jahrzehnte, spätestens mit dem nächsten Album. Angefangen hat es mit progressivem und speedlastigem Fantasy Metal, der aus dem Land der Elfen und Zwerge kam. Die gewaltsame Biege vollzogen die Musiker mit ihrem Album „The Odyssey“ und aus den verspielten, leicht klassisch angehauchten Melodien, wurde düsteres Gitarrengeknatter und Rassell keifte nun mehr als dass er trällerte. Der Wandel hatte zum größten Teil kommerziellen Hintergrund, da sie trotz ihrer Fähigkeiten eher wie eine Underground Band behandelt wurden. Symphony X verkörpern auf „Iconoclast“ alles was sie früher auch schon waren, jedoch mit einem klebrig düsteren Anstrich, der im Zeitalter der Depressionen möglicherweise besser auf Gegenliebe stößt. Irgendwie hegt man dennoch die Hoffnung, dass die Band zu ihrer Lieblichkeit zurück findet, weil Ansätze erkennbar sind „When all is lost“. Jedoch klingen Symphony X noch immer wie ein verirrter Ritter in Blechrüstung, der durch sein Schloss wankt und mit dumpfem Klirren die Wände streift, auf der Suche nach dem verlorenen Turmfräulein.

Live:

gleicher Song, besser Qualität, kein Vid:

Black Stone Cherry – Between the Devil & the Deep Blue Sea

Samstag, 11. Juni 2011 | 13:21 | ghost

Die Musiker aus Kentucky, klingen auf ihrem neuen Album „Between the Devil & the Deep Blue Sea“ weniger southern, weil statt dem Blues eher Pop- Rock Elemente Einzug erhielten. Klangen die Musiker auf ihren vorherigen Alben noch etwas kantiger hat man das Gefühl, dass sie für das Radio etwas zurecht gebürstet wurden. Alles hört sich so schön gerade und mainstream an.
Letzte Woche bei Rock im Park haben Black Stone Cherry vor All That Remains gespielt, was im Vorfeld Zweifel schürte, ob das gut geht. BSC teilte aber ordentlich aus und es gab reichlich auf die Ohren, es klang um Welten härter als auf ihren Alben. Hätte man so gar nicht erwartet und war ziemlich überraschend, aber Live sind die Gesetzte eben etwas anders.
Wer eine eingängige Rockscheibe sucht ist bei „Between the Devil & the Deep Blue Sea “ genau richtig, denn die ist so geschmeidig, die fließt gleich mit Cover ins Ohr.

Born of Osiris – The discovery

Sonntag, 15. Mai 2011 | 11:21 | ghost

Die Jungs aus irgendeinem Kaff im mittleren Westen teilen amtlich aus auf ihrer neue Scheibe „The discovery“. Es fühlt sich an wie eine schallende Backpfeife, erst knallt es und dann sieht man die Sternchen fliegen. Liegt wohl auch an der Mischung aus Death, Prog und kosmischen Synths. Die kleineren Schwachpunkte an der Scheibe sind, dass der Ronnie ohne Strich und Komma herumschreit und sich die Songs ähnlich sind. Das ist eigentlich nicht schlecht, da die Songs randvoll mit Hörerlebnissen sind. Dadurch erschließen sich die Songs aber nicht sofort und es bleibt nur ein ordentlichen Knall hängen, aber der ist dafür schön saftig. Getrost kann man als begeisterter Jünger Mt 5:39 befolgen… Amen

Noch mehr tot als tot?

Dienstag, 3. Mai 2011 | 10:18 | ghost

Seit gestern früh jubelt die Welt über ein längst überfälliges Ereignis, wie manche meinen. Man muss endlich zu der Vergänglichkeit stehen und nicht nur Jahre lang darüber diskutieren und fleißig dementieren. el presidente Obama macht jetzt endlich den Deckel drauf und schenkt dem Gejagten eine Bestattung streng nach islamischer Art. Verdient hat er es sich auf jeden Fall, als ehemaliger Angestellte, wie Fidel Castro feststellte, obwohl die CBS Quelle verschwunden ist. Ob der Untergetauchte nun wirklich versenkt werden kann, weil er möglicherweise gar nicht mehr verfügbar ist, wird beim Wiederauftauchen dieser Webseite unwichtig. Wem die Denise bisher verheimlicht wurde, kann sich hier von seiner Bevormundung befreien und vielleicht auch in den Jubelchor einstimmen, denn nicht nur el Obi findet eine Lösung, wenn sich keiner dafür gefunden hat oder es schon zu lange vernachlässigt wurde.

Power Quest – Blood Alliance

Sonntag, 24. April 2011 | 18:17 | ghost

Man könnte fast meinen, dass Steve den einen oder anderen Zug bekommt, bei der Fluktuation, die in seiner Band herrscht. Er hat wieder eine Top Mannschaft am Start, die nicht wie ein laues Lüftchen bläst sondern ordentlich mit ihre Musikalität nach vorne stürmt. Auf „Blood Alliance“ hüpfen die Musiker fröhlich und zielsicher zwischen 80er Hardrock und 2000er Power Metal hin und her. Dabei nehmen sich die Musiker jegliche Freiheit und jedes Lied klingt anders, aber es ist trotzdem sofort präsent. Vom Stil sind dadurch natürlich Brüche vorhanden und das fällt besonders beim Chity auf, der mit den Hardrock Nummern super zurecht kommt und das Lied prägt. Bei den Power/ Speed Metal Songs verliert er jedoch öfters den Kampf, weil die Gitarren und das Keyboard ordentlich Gas geben. Eine wirklich überragende Scheibe, so wie es aussieht ist der Wahnsinn auf der Insel wieder los… bloß schnell einkaufen!

Leider kein aktuelles Material, aber dieser Power Metal ist auf der neuen Scheibe auch am Start:

Winds of Plague – Against the world

Sonntag, 17. April 2011 | 18:13 | ghost

Man nehme eine Tonne voll mit Metal und allen Subgenres, macht diese richtig heiß, rührt ein paarmal gut um und zieht dann zufällig Zeug raus. Das hat bei den Kaliforniern bisher gut funktioniert und um es vorweg zu nehmen es klappt noch immer. Es groovt an allen Ecken und Enden obwohl die Mischung schon ziemlich abgedreht ist. Black, Death, Hardcore und mit etlichen Synths drin. Auf „Against the world“ wird zwar nichts Neues zelebriert, aber man kann es schon als talentiert bezeichnen aus dieser wirren Mischen eine dermaßen mitreisende Platte zu zimmern. Es kann durchaus sein, dass der Freudenzauber bei Dauerkonsum schnell verblasst, da zu wenig Eigenständigkeit vorhanden ist, aber das ist völlig egal, weil das Zeug so reinballert; wen interessiert da was morgen ist…

Der Song ist zwar von „Decimate the weak“ aber Winds of Plague praktizieren es auf ihrer neuen Scheibe ähnlich.

Drop the match live:

Die Apokalyptischen Reiter – Moral & Wahnsinn

Samstag, 26. März 2011 | 12:36 | ghost

Das “Licht” war ganz pasabel, obwohl sich der Gesang schon stellenweise an Till orientierte, die neue Scheibe ist leider diffuser. Mit Sicherheit hat Rammstein nicht das rollende R erfunden, aber gepaart mit düstern Texten ist das durchaus zum damaligen Zeitpunkt neu gewesen. Dass jetzt so viele durchschnittliche Bands das kopieren ist etwas dürftig. Der Daniel sollte sich lieber in seinen normalen Bereichen bewegen, weil er eine durchaus einprägsame und gute Stimme hat. Auf den Rammsteinmist kann er gerne verzichten.
Moral & Wahnsinn” schwankt von ruhigen Passagen bis hartem Geknatter. Das ist ein ziemlich wirres Unterfangen, wie ein Steak auf dem man herumkauten, das aber irgendwie nicht runter will. Das Problem sind nicht die Übergänge, weil das alles wunderbar vom Songwriting passt, jedoch ist das Spektrum dann doch etwas zu heftig. Entweder duftende Poesie oder Hackebeil, aber erst die Prinzessin aufpeppeln um ihr dann die Rübe abzuschlagen ist nicht jedermanns Sache. Der Rauswurf mit “Ein liebes Lied” stimmt dann wieder etwas versöhnlicher. Wer momentan eine Findungsphase hat, kann sich die Scheibe zur Entscheidungsfindung problemlos einverleiben, alle anderen sollten es wenigstens mal probehören, denn es ist Geschmacksache, aber handwerklich ganz okay.

Funeral For A Friend – Welcome home Armageddon

Sonntag, 20. März 2011 | 12:24 | ghost

Die walisischen Musiker sind schon eine Weile im Geschäft und haben nicht erst seit „Tales don’t tell themselves“ bewiesen, dass sie ein gutes Händchen für Melodien haben. Die Musik rutscht förmlich direkt in die Hörgänge um sich dann ins Hirn zu brennen. Nur auf die Dauer ist diese süßliche Melancholie etwas anstrengend. Da passt es doch vortrefflich, dass Matt auf „Welcome home Armageddon“ nicht nur lieblich Säuselt sondern auch mal seine Schwermütigkeit herausschreit.
Die Scheibe ist ein bunter Mix aus Alternative, Punk und Metalcore mit dem ganz speziellen Begräbnis Charme. Das Kunstwerk braucht jedoch mehrere Durchläufe, weil die Kontraste stellenweise groß sind und man sich erst an die Details gewöhnen muss. Mit der Scheibe wird so ziemlich jedes Körperteil angesprochen, von Arsch, Herz bis Kopf. A fucking ass kicking care bear!

Deadlock – Bizzaro world

Sonntag, 6. März 2011 | 10:58 | ghost

Auf der neuen Scheibe “Bizzaro world” präsentieren sich die Jungs und das Mädchen ziemlich lau. Der Trend geht Richtung Gothic/ Kuschelrock und mit der Inspiration steht es auch nicht zum Besten, denn die Gitarrenriffs und Gesangslinien sind oft direkt vom Vorgängeralbum abgekupfert. Das ganze Album wirkt stumpf und wenig durchdacht und die neuen Melodien aus Übergängen und Einleitungen reißen das Steuer auch nicht mehr herum. Das Schmerzlichste ist jedoch die gestörte Symbiose zwischen den Stimmen von Sabine und Johannes. Das Verhältnis auf dem Vorgänger war ausgewogen und funktionierte perfekt wie tiefe Dunkelheit und strahlender Sonnenschein, aber jetzt steht Sabine viel mehr im Mittelpunkt und der ganze Kontrast mit den vielen Fassetten geht verloren. Keine Frage, Sabine hat eine sehr gute Stimme, aber als Leadsängerin wirkt sie etwas blass und der Wechsel zwischen Clean und Growls aus dem Hintergrund ist eher zufällig. Im ersten Durchlauf prägt sich leider fast gar kein Lied ein und man hat nur das Gefühl, Teile davon schon einmal gehört zu haben, aber mehr auch nicht. Da gibt es keine wirklichen Ohrwürmer oder Gassenhauer die einen gleich mitreißen.
Gegen Ende wird es noch etwas elektronisch, wo Deadlock eigentlich seine Stärken hat, aber das geht dann mit dem Remix von “Virus Jones” völlig in die Hose. Eine Kaufempfehlung gibt es keine, es sei denn man besitzt das geniale Album “Manifesto” von Deadlock noch nicht, denn das geht noch immer runter wie Öl, trotz Dauerkonsum. Irgendwie hat man das Gefühl, dass Deadlock für “Bizzaro world” keine Zeit hatten und nur einfach schnell was hingerotzt wurde. Bitte nehmt euch das nächste Mal mehr Zeit, dann gibt es wieder Höchstnoten!

Virus Jones ist eines der besseren Lieder, weil es sich konzeptionell an “Manifesto” orientiert.