Exilia – Naked
Samstag, 24. Juli 2010 | 12:20 | ghostDie Italiener gehen es auf “Naked” recht entspannt an und lassen fast nur die Akustikgitarre und Masha erklingen. Abschließend klemmen sich Exilia noch mal hinter ihre Instrumente und lassen eine ordentliche Rocknummer “No tears for you” vom Stapel. Das Album ist mit 20 Minuten etwas dünn geraten, aber recht viel länger bleibt man auch nicht wach, bei der charmanten Einschlafhilfe.
IN THIS MOMENT – A Star Crossed Wasteland
Samstag, 17. Juli 2010 | 07:21 | ghostAuf “A Star-Crossed Wasteland” erlebt man eine sehr wechselhafte Maria. Zum Einen schreit sie alles in Grund und Boden, als hätte man dem Baby die Rassel weggenommen und zum Anderen schnurrt sie wie ein Kätzchen, das jedoch eher seltener. Maria klingt beim Schreien nicht nur überzeugend wütend und sehr zornig sondern heult fast schon auf wie eine Sirene. Am Schluss, nach all den Schreitiraden, sitzt das Baby da, funkelt einen liebevoll mit den blauen Augen an und singt “World in Flames”, was alleine schon ein Kaufgrund ist. Mit diesem Album haben sich In This Moment eindeutig vom beliebigen Rock und Metel-Core abgegrenzt und “A Star-Crossed Wasteland” plätschert nicht so handlich dahin wie “The Dream“. Wer montags aufstehen muss oder auf die Bahn angewiesen ist braucht die Scheibe, nur sollte man aufpassen, beim Mitsingen nicht zu überhitzen, wenn sich die Klimaanlagen bei 32 Grad verabschieden.
Ozzy – Scream
Sonntag, 4. Juli 2010 | 09:57 | ghostWie ein laues Lüftchen bläst der Rock Opi über “Scream” und sitzt dabei irgendwie zwischen den Stühlen. Er ist leider nicht in der Lage, den beliebigen Songs einen Stempel aufzudrücken. Wie ein alter Mann auf dem Sterbebett haucht das Denkmal seine Lieder. Zwar versuchte man im Studio mehr Pfeffer reinzumischen, aber Ozzys Stimme bleibt dünn und abwesend. Für Hintergrundsbeschallung reicht es völlig aus, denn die Scheibe ist nicht wirklich schlecht. Erfreulicherweise kommt Ozzy bei dem Video viel besser rüber.
Heul doch nicht Argentinien
Sonntag, 4. Juli 2010 | 08:39 | ghostSelten war die Bild so treffsicher wie gestern mit ihrer Überschrift “Dein Messi kriegt heute auf die Fressi“. Für die Albiceleste und Fans gibt es deshalb eine Aufbauhilfe mit Bildern vom ZDF unterlegt.
Against me! – White Crosses
Samstag, 26. Juni 2010 | 13:09 | ghostAuf “New Wave” war noch einiges an Zorn vorhanden, der auf “White Crosses” verraucht scheint; sozusagen von Raubkatze zu Bikini Mieze mutiert. Statt Punk ist jetzt mehr Pop mit Rock vermengt. Das Album klingt abgeklärter, gesetzt und stimmig. Die Songs kuscheln unverblümt mit den Ohren; wer Aggressionen sucht sollte lieber Fußball schauen.
Steelwing – Lord Of The Wasteland
Sonntag, 20. Juni 2010 | 14:39 | ghostSchon nach den ersten Takten ist klar welche Vorbilder Steelwing haben. Am laufenden Band purzeln Maiden und Priest Zitate aus den Boxen. “Lord Of The Wasteland” ist technisch gesehen durchaus gelungen, aber trotzdem hätten die Jungs vor dem Aufbrühen noch mal kräftig durchrühren sollen. Bei dem Album stößt man sich an nichts und die 80iger ziehen durchaus gekonnt an einem vorbei, ohne dass die Gehörgänge daran Schaden nehmen.
Equilibrium – Rekreatur
Samstag, 19. Juni 2010 | 18:39 | ghostDie Witzbolde verlinken auf ihrer alten Webseite zu den Tele Doofis; .net ist die neue Adresse. In gewisser Weise klingt ihr Album verspielt, süß und lieblich, wenn da nicht das Geschrei und Gegrunze von Robse wäre; ein Kinderchor würde sich problemlos auf der Scheibe integrieren lassen. Man kann ihnen einen gewissen Sinn für Humor unterstellen, was das Hundebellen bei 6:39 in “Aus ferner Zeit” unterstreicht. Lustig hin oder her, bei Equilibrium erkennt man jedenfalls einen gewissen Spielwitz und Tatendrang. “Rekreatur” klingt erfrischend abwechslungsreich und es kommt nicht das Gefühlt auf, dass irgendwelche lauwarmen Sounds zusammengewürfelt wurden, die man sich irgendwo geklaut hat. Eine wirklich märchenhafte Vorstellung!
The Dead Weather – Sea of Cowards
Samstag, 12. Juni 2010 | 11:40 | ghostDas ganze “Sea of Cowards” klingt wie ein bekiffter Trip in die 60er. Trotzdem kommt der Bluesrock recht modern rüber. Einen großen Teil trägt Alison dazu bei, weil in jedem Ton von ihr ein latenter Sex-Appeal mitschwingt. Selbst wer mit den Anfängen der Rockbewegung wenig am Hut hat, wird bei dem Herzblut, das in dieses Album geflossen ist, gerne lauschen. Die Scheibe dreht sich wie ein Kaleidoskop, das einen hypnotisierend in eine tiefe Trance wirft.
Klone – Black Days
Sonntag, 6. Juni 2010 | 16:32 | ghostEingängig kann man den Stil der Franzosen nicht unbedingt nennen. Dazu ist der Klangteppich viel zu dicht und voll gestopft mit Details, dass man für “Black Days” mehrere Durchläufe braucht, bis sich die ganze Pracht entfalten kann. Aus der anfänglichen vernebelten, psychedelic Stimmung wird mehr und mehr eine Morgendämmerung, mit einem erstaunlich gut quietschendem Saxophone im Hintergrund. Wer sich nicht mal schnell ein Baguette zum Frühstück holen will, ist mit diesem Kunstwerk gut bedient, auch wenn der Gesang stellenweise etwas zu hart ist.
Breed77 – Insects
Donnerstag, 3. Juni 2010 | 11:53 | ghostDie Veröffentlichung von “Insects” ist ein paar Tage her, trotzdem hat man bisher noch nicht viel von den Brit- Latinos gelesen. An dem Album kann es nicht liegen, weil es mit so vielen Elementen spielt, dass es ein wahrer Ohrenschmaus ist. Von Rock, Metal, Progressiv bis Folklore ist alles im Angebot. Das Album klingt wie ein bunter Fleckenteppich aus einem orientalischen Market. Wem die Paella zu lasch ist sollte mit Breed77 nachwürzen.
Heaven Shall Burn – Invictus
Sonntag, 30. Mai 2010 | 18:37 | ghostWie eine Feuerwalze peitschen die Thüringer durch ihr Album “Invictus“. Nach wie vor kann man die Nähe zu Dark Tranquillity heraushören, aber mit knackigen Thrash-Parts ziehen sie etwas das Tempo an und klingen in ihrem Stil eigenständiger. Ein fettes Brett jagt das nächste und wer die Jungs noch nicht kannte, würde nie auf die Idee kommen, dass das Ding Made in Germany ist. Für das Lied “Given in death” haben sie sich die Zuckerschnute Sabine von den Deadlocks ausgeliehen, was dem ganzem noch die Krone aufsetzt. Wer bisher seine Zweifel hatte ob es richtig war, die Grenze aufzumachen, der kann jetzt ganz laut “Jaaaaaaaaaaaa!” schreien.
The LoveCrave – Soul Saliva
Sonntag, 23. Mai 2010 | 15:44 | ghostEs besteht durchaus die Möglichkeit zum Tifosi zu mutieren, wenn man sich “Soul Saliva” mehrmals anhört. Francesca setzt ihre Stimme vielschichtig von flüsternd bis kontrolliertem Schreien ein. Wem das Operngeträller von den Pseudo- Sängerinnen im Gothic Bereich auf die Nerven geht, kann mit LoveCrave durchaus glücklich werden, denn selbst beim Thriller Cover müsste dem Michi vor Schreck die Nase nicht mehr abfallen, wenn er noch unter uns weilte. LoveCrave sticht mit “Soul Saliva” aus dem ganzen eintönigen Gothic- Matsch angenehm hervor.